Bundesverband

Das vom Bundesjustizministerium geplante "Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken“ könnte der Wirtschaft erheblichen Schaden zufügen. Es soll unter anderem die Arbeit von Inkassounternehmen regulieren.
Der Trend bei der Zahlungsmoral zeigt wieder leicht nach unten. In ihrer Frühjahrsumfrage berichten 22 Prozent der befragten Inkassounternehmen von einem schlechteren Zahlungsverhalten der deutschen Verbraucher und Unternehmen. Dagegen melden nur 12 Prozent, dass Rechnungen aktuell besser bezahlt werden – jeweils verglichen mit dem Herbst 2011.  
Für den  Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen ist eine kürzere Wohlverhaltensperiode kein nachhaltiges Instrument gegen die private Überschuldungskrise.  
Das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) ist am 1. März 2012 in Kraft getreten. Nachfolgend ein Überblick über die wesentlichen Änderungen.
Ab 01.08.2012 gilt das „Gesetz gegen Kostenfallen im Internet“, das die sogenannte „Button-Lösung“ enthält. Unternehmen müssen künftig zahlungspflichtige Onlineangebote für Verbraucher eindeutig kennzeichnen.
Gläubiger können die Kosten für die Einschaltung eines Inkassounternehmens "grundsätzlich als Verzugsschaden geltend machen". Das hat das Bundesverfassungsgericht in einer jetzt bekannt gewordenen Entscheidung festgestellt (Beschluss vom 7. September 2011 - 1 BvR 1012/11).
Mit großer Sorge sieht der BDIU das wachsende Problem der Jugendverschuldung. "Immer mehr junge Menschen nehmen Verbindlichkeiten auf, ohne sich darüber im Klaren zu sein, wie sie sie wieder abtragen können“, berichtet Kremer.
BDIU: Geplante Halbierung der Wohlverhaltensperiode ist das falsche Zeichen  
Auch in diesem Jahr werden wieder gut 100.000 Verbraucher in die private Insolvenz gehen. Damit sinkt diese Zahl zwar leicht (um 9 Prozent gegenüber 108.798 im letzten Jahr). Viele private Haushalte sind aber nach wie vor hoch verschuldet.  
Inkasso Newsletter Ausgabe Januar 2012