Auslandsinkasso: Irland

Informationen zum Inkassoverfahren & Forderungseinzug in Irland

Die Beitreibung von Forderungen gegen Unternehmen im Ausland ist eine besonders anspruchsvolle Herausforderung. Im Verbund mit unseren Kooperationspartnern können wir Ihnen den Forderungseinzug in Irland zu erfolgsorientierten Konditionen anbieten.
 
Flagge Irland
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Geschäftsklima:



 
Irland
Éire (irisch)
Ireland (engl.)
Republik Irland
Dublin (ir. Baile Átha Cliath)
Republik
70.182 km²
4,5 Mio.
Irisch, Englisch
Euro 1 Euro = 100 Cent
UTC + 0 MEZ
UTC + 1 MESZ März bis Oktober
IR
+353
Inkasso Rating A3
Inkasso Rating A1


 
Landkarte Irland
Forderungseinzug Komplexität

Inkassokomplexität Irland
Inkasso-Schwierigkeitsgrad 38/100

Inkasso-Risiko
Inkasso-Konditionen
Erfolgsprovision:
Auftragsgebühr:

Adressermittlung:
Bonitätsprüfung:
(Außergerichtliches Inkasso) 
18%
Vertragskunden keine 
Sonstige Kunden EUR 100,00
Auf Anfrage (optional)
EUR 79,40 (optional)
 


Als zusätzlichen kostenlosen Service bieten wir Ihnen nachfolgend unsere Länderinformationen zum Forderungseinzug in Irland – für mehr Rechtssicherheit und Erfolg bei Ihren Auslandsgeschäften.

  • Die durchschnittliche Zahlungsfrist (Days Sales Outstandinmg) in Irland beträgt nach wie vor rund 50 Tage. Kleine und mittlere Unternehmen haben in Irland einen erhöhten DSO von 60 Tagen, wobei 24% von ihnen sogar 120 Tage warten müssen, bevor sie Gelder erhalten.
  • Irische Gerichtsverfahren können teuer und zeitaufwändig sein, oft mit wenig Ertrag. Einvernehmliche Verhandlungen von Inkassobüros sind eine gute Möglichkeit Zahlungen zu erhalten.
  • Der irische Insolvenzrechtsrahmen ist auf den Schutz der Gläubigerrechte ausgerichtet, wobei das Recht der Sanierung lebensfähiger Unternehmen im Vordergrund steht. Jedoch gibt es in der Praxix keinerlei Einschränkungen, wie viel von der Forderung bei Vergleichsverhandlungen abgeschrieben werden kann sodaß die Verfahren häufig zu einer Lose-Lose-Situation – ausgelöst durch eine in der Regel unzureichende Befriedigung der Insolvenzgläubiger führen. Darüber hinaus wird ein Liquidationsverfahren in Irland den unbesicherten Gläubigern nur in Ausnahmefällen Erträge bringen.
1. Gesetzliche Grundlagen

Das Inkassowesen in Irland ist weitestgehend unreguliert, insbesondere sind keine zusätzlichen Hürden wie etwa eine Zulassung nach Maßgabe eines Rechtsberatungsgesetzes aufgestellt. Eine Inkassofirma lässt sich daher wie jeder andere Handelsbetrieb ohne vorheriges Einholen einer Genehmigung gründen. Folglich gibt es auch keine spezielle Regulierungsbehörde, welche die Tätigkeit der Inkassofirmen beaufsichtigt.

Der Sale of Goods Act 1893 und der Sale of Goods and Supply of Services Act 1980 regeln teilweise die wichtigsten Bereiche des irischen Vertragsrechts. Diese Vorschriften hat der irische Gesetzgeber von den gleichnamigen britischen Gesetzestexten übernommen. Im Übrigen leitet sich das irische Recht vom englischen Common Law ab. Daraus ergibt sich für die Rechte des Gläubigers im Verzugsfalle, ob es gerade auf die pünktliche Zahlung ankam, also ob es sich um eine wesentliche Vertragspflicht handelt, was in der Regel nicht anzunehmen ist oder, ob die pünktliche Zahlung eine Nebenpflicht darstellt. Wesentliche Vertragspflicht ist in der Regel die Zahlung als solche, so dass im Verzugsfalle lediglich ein Schadensersatzanspruch und kein zusätzliches Rücktrittsrecht entsteht.

Verzugszinsen können in Irland nicht nach gesetzlichen Regelungen verlangt wer den, sondern es ist eine ausdrückliche vertragliche Vereinbarung erforderlich. Ist eine solche Vereinbarung nicht getroffen worden, so setzt das Gericht nach eigenem Er messen in Fällen, wo es angemessen erscheint, die Höhe der Zinsen fest. Deswegen empfiehlt sich eine vertragliche Klausel, die sowohl den Anspruch als auch die Höhe der Verzugszinsen regelt.

Allerdings kommt bei Handelsgeschäften, zwischen Unternehmern oder zwischen Unternehmer und den Stellen der öffentlichen Hand, kommt die Rechtsverordnung S.I. No. 388/2002 zur Anwendung. Bei dieser Rechtsverordnung handelt es sich um die Umsetzung der EU Richtlinie zur Bekämpfung von Zahlungsverzug Nr. 2000/35/EG.

In der Verordnung bestimmt Section 5, Paragraf 1 der S.I. No. 388/2002 (rate of late payment interest), dass hinsichtlich der Verzugszinsen der stets aktuelle Zinssatz der Europäischen Zentralbank nebst sieben Prozentpunkten über jenem Basiszinssatz zu zahlen ist. Dieser gesetzliche Zinssatz ist jedoch vertraglich abbedingbar. Section 9 der S.I. No. 388/2002 (implied term) "as to compensation" enthält eine wichtige Ausnahme vom Grundsatz der uneingeschränkten Einstandspflicht, und zwar für den Fall, dass der Schuldner den Zahlungsverzug nicht verschuldet hat. Ferner setzt die Verordnung im Verzugsfalle auch den Schadensersatz fest.

2. Inkassokosten

Inkassokosten sind vom Schuldner zu tragen sofern er nach erfolgloser vorausgegangener Mahnung Anlass zum Inkassoverfahren gegeben hat.

Gemäß Section 11 der S.I. No. 388/2002 ist der Schadensersatz nach der Höhe des Anspruchs gestaffelt:
 
  • bis 1.000 Euro = 40,00 Euro Schadensersatz
  • von 1.001 Euro bis 10.000 Euro = 70,00 Euro Schadensersatz
  • über 10.000 Euro = 100 Euro Schadensersatz
Grundsätzlich sind Vertragsstrafenvereinbarungen nach irischem Recht unwirksam. Zulässig ist jedoch die Vereinbarung eines pauschalierten Schadensersatzes. Diese hat für die Vertragsparteien den hohen Wert, dass sie abschätzen können, welche finanziellen Folgen im Falle eines Vertragsbruches auf sie zukommen.
1. Europäisches Mahnverfahren

Das Europäische Mahnverfahren nach der Verordnung (EG) Nr. 1896/2006 bietet einem Gläubiger die Möglichkeit, schnell und kostengünstig einen Titel zu bekommen, wenn der Schuldner die Forderung voraussichtlich nicht bestreiten wird. Anwendbar ist die Verordnung bei Geldforderungen. Es muss außerdem ein grenzüberschreitender Fall vorliegen, d.h. die Parteien müssen grundsätzlich in verschiedenen Mitgliedstaaten der EU ansässig sein.

Soweit es nicht um arbeitsrechtliche Ansprüche geht ist in Deutschland für die Bearbeitung von Anträgen im Europäischen Mahnverfahren allein das Amtsgericht Berlin-Wedding zuständig. Das Formular des Europäischen Mahnverfahrens ist durch Ankreuzfelder anwenderfreundlich gestaltet. Es ist in der Sprache oder einer der Sprachen auszufüllen, die das zu befassende Gericht anerkennt. Das Formblatt ist in allen Amtssprachen der EU erhältlich, so dass es auch ohne Sprachkenntnisse in der verlangten Sprache ausgefüllt werden kann.

Zuständig ist grundsätzlich das Gericht, in dessen Bezirk der Antragsgegner seinen Aufenthalt hat. Diesen Zahlungstitel stellt das Gericht dem Antragsgegner zu. Er hat dann die Möglichkeit, den Zahlungsbefehl entweder zu akzeptieren oder Einspruch einzulegen. Legt der Antragsgegner innerhalb von 30 Tagen keinen Einspruch ein, erklärt das Gericht den Zahlungsbefehl automatisch für vollstreckbar. Der Zahlungstitel ist dann in jedem EU-Mitgliedstaat zwangsweise durchsetzbar.

Eine verständliche  Einführung in das Europäische Mahnverfahren enthält ein Beitrag des EU-Portals mit einer Zusammenfassungen der EU-Gesetzgebung.

2. Mahnverfahren nach nationalem irischem Recht

Ein separates, nationales Mahnverfahren gibt es nach irischem Recht dagegen nicht. Bei Verfahren vor dem irischen High Court um etwa die Zahlung von Geldbeträgen auf Grund vertraglicher Zahlungspflichten kann, wenn nicht das Europäischen Mahnverfahren gewählt wurde, allerdings ein abgekürztes Verfahren (summary summons) gewählt werden, das mit oder ohne mündliche Beweisaufnahme ablaufen kann.

Ein eigenständiges Bagatellverfahren als Alternative zum Europäischen Verfahren für geringfügige Forderungen gibt es mit der sogenannten Small Claims Procedure auch im irischen nationalen Recht. Mit diesem Verfahren können seit dem 11.01.2010 auch zwei Unternehmer gegeneinander prozessieren. Zuvor konnten nur Verbraucher dieses Verfahren einleiten.

Formulare zur Einleitung einer Small Claims Procedure stellt der irische Gerichtsdienst (The Courts Service of Ireland) online zur Verfügung. Der Anwendungsbereich für den B2B-Bereich ist nicht nur durch die auch hier bestehende Klagehöchstgrenze von 2000 Euro eingeschränkt. Auch sind etwa Schuldklagen (claims for debt) oder solche auf Zahlung eines pauschalierten Schadensersatzes (liquidated damages) grundsätzlich nicht mit der Small Claims Procedure verfolgbar.

3. Klageverfahren

Weiterhin bleibt nach erfolglosem Inkassoverfahren die Option, den Anspruch gerichtlich geltend zu machen. Hierzu wendet man sich an einen solicitor, der im Vorfeld der Gerichtsverhandlung tätig ist. Die Gerichtsverhandlung selbst kann nur von einem barrister geführt werden, da ein solicitor nur rechts beratend tätig werden kann. Jedoch wird der barrister vom solicitor beauftragt.

Die Kosten des barristers werden daher immer gemeinsam mit denen des solicitors abgerechnet. Die Gebühren richten sich nach individuellen Stundensätzen und unterliegen daher je nach Größe der Kanzlei und Ruf des Anwalts großen Schwankungen. (läufig arbeiten Inkassofirmen mit einem bestimmten solicitor zusammen oder sie verfügen über eine gewisse Anzahl an Referenzsolicitoren, welche den Gläubiger sodann gerichtlich vertreten.

Da das irische Prozessrecht eher schuldnerfreundlich ausgestaltet ist, sollte man im Vorfeld gründlich abwägen, ob man wirklich rechtliche Schritte einleiten will. Insbesondere sollte man sich überlegen, ob der finanzielle Aufwand des Rechtsstreits in einem angemessenen Verhältnis zur Höhe der Forderung steht. Dies gilt umso mehr, als auch im Obsiegensfalle der Kläger grundsätzlich nur 50 Prozent seiner Kosten für den Rechtsstreit zurückbekommt.

Ferner sollte man auch Überlegungen ob der Geltendmachung der Verzugszinsen machen. Dies ist nur dann ratsam, wenn es sich bei den Verzugszinsen um einen höheren Betrag handelt, da deren Geltendmachung in den meisten Fällen weitere Komplikationen mit sich bringen, mit der Folge, dass sich das Verfahren noch länger hinzieht. Schließlich erhöht die Geltendmachung von Verzugszinsen das Kostenrisiko. Ein gerichtliches Mahnverfahren, durch das man schnell und günstig einen Titel erlangen kann, sieht das irische Prozessrecht nicht vor, wohl gibt es aber im Falle, dass der Beklagte die Klageschrift nicht erwidert ein Versäumnisurteil. Das gerichtliche Verfahren wird mit der Ein