Immer mehr Jugendliche sind mit Konsumschulden verschuldet

Immer mehr Jugendliche sind verschuldet. Vor allem  zu hohe Konsumausgaben , ein schlechtes Vorbild des Elternhauses und zu wenige Informationen zur Gelderziehung im Schulunterricht sind die Gründe.

Zu hohe Konsumausgaben sind nach Erfahrung von 83 Prozent der Inkassounternehmen der häufigste Grund, warum junge Verbraucher zwischen 18 und 24 Jahren Schulden haben.
 
Dabei fließen die aufgenommenen Mittel offensichtlich häufig in die Befriedigung kurzfristiger Konsumbedürfnisse – auch dies bestätigen die Inkassounternehmen in ihrer Umfrage. 86 Prozent melden, dass junge Schuldner Verbindlich­keiten bei Telekommunikationsunternehmen haben, ebenfalls 86 Prozent nennen Onlinehändler (Mehrfachantworten waren in dieser Befragung möglich). Weitere häufige Gläubiger verschuldeter Verbraucher zwischen 18 und 24 Jahren sind demnach Versandhändler (65 Prozent der Inkassounternehmen bestätigen das), Internet-Serviceanbieter (64 Prozent) und Fitnessstudios (58 Prozent).
 
Gerade Jugendliche und junge Erwachsene müssten laut dem Bundesverband  davor geschützt werden, in Schuldensituationen zu geraten. Häufig führt ein mangelndes Finanzwissen dazu, dass man leichtfertig mit seinem Geld umgeht.

In der Verbandsumfrage sagen 75 Prozent der Inkassounternehmen, dass zu wenige Kenntnisse über vertragliche Verpflichtungen, zum Beispiel bei Internetgeschäften, der Grund dafür sind, warum junge Verbraucher zwischen 18 und 24 Jahren Schulden haben. Oftmals, so die Erfahrung der Inkassounternehmen, werden die Probleme schlicht und ergreifend aber auch nur »vererbt«, 72 Prozent der befragten BDIU-Unternehmen verweisen darauf, dass jugendliche Schuldner bereits im Elternhaus mit einem schlechten Vorbild konfrontiert worden sind.
 
Wenn die eigenen Eltern einen Konsum auf Pump vorleben und die Kinder es als normal zu empfinden gelernt haben, dass regelmäßig Mahnungen ins Haus kommen oder sogar der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, ist ihre Hemmschwelle, selbst Schulden aufzunehmen, viel niedriger“, berichtet der BDIU. Daher sei es auch Aufgabe unserer Bildungseinrichtungen, junge Menschen auf das Wirtschaftsleben und den verantwortungsvollen Umgang mit Geld vorzubereiten. Das Schulsystem sei in sind in der Pflicht, im Wirtschafts- und Sozialkundeunterricht praktische Hilfestellungen für die immer komplexer werdenden Finanzzusammenhänge zu geben. Hierzu gebe es bereits interessante Konzepte, die in der Regel ab der 8. und 9. Schulklasse ansetzten. Die Erfahrung der Inkassoexperten sagt aber auch, dass sich in diesem Alter bereits viele Verhaltensweisen eingeschliffen haben, auch was den Umgang mit Geld angeht.
 
Das Bewusstsein, Schulden zu vermeiden und nur Geld für Dinge auszugeben, die man sich auch leisten kann, wird schon in früheren Jahren entscheidend geprägt – und auch hier können die Schulen wichtige Hilfestellungen leisten.“
 
Einen interessanten Ansatz für einen solchen frühen Aufklärungszeitpunkt verfolgt das private „Projekt Schulschwein“ aus München.
 
Es hat sich zum Ziel gesetzt, bereits Grundschulkindern ab der ersten Klasse den intelligenten Umgang mit Geld und Konsum nahezubringen.

Quelle: BDIU
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