6,9 % weniger Firmen­insolvenzen im Jahr 2016

Im Jahr 2016 meldeten die deutschen Amtsgerichte 21 518 Firmeninsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 6,9 % weniger als im Jahr 2015. Die Zahl der Firmeninsolvenzen sank damit auf den niedrigsten Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999.

Zuletzt hatte es im Krisenjahr 2009 einen Anstieg der Firmeninsolvenzen gegeben (+ 11,6 % gegenüber dem Jahr 2008).

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Firmeninsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für das Jahr 2016 auf rund 27,4 Milliarden Euro. Im Jahr 2015 hatten sie bei rund 17,3 Milliarden Euro gelegen. Dieser deutliche Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Firmeninsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass die Gerichte im Jahr 2016 mehr Insolvenzen von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen registrierten als im Jahr 2015.

Wirtschaftszweig Verfahren
Anzahl
Insgesamt 1744
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 13
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 1
Verarbeitendes Gewerbe 131
Energieversorgung 11
Wasserversorgung; Abwasser, Abfallentsorgung; Beseitigung von Umweltverschmutzungen 9
Baugewerbe 279
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz 301
Verkehr und Lagerei 127
Gastgewerbe 171
Information und Kommunikation 66
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 51
Grundstücks- und Wohnungswesen 55
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen 190
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 180
Erziehung und Unterricht 28
Gesundheits- und Sozialwesen 47
Kunst, Unterhaltung und Erholung 31
Sonstige Dienstleistungen 53
   
Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden


Die Insolvenzen von Personen, die früher einer selbstständigen Tätigkeit nachgegangen sind, lagen 2016 mit 20 127 Fällen um 2,1 % unter dem Vorjahresniveau. Einen Anstieg der Verbraucherinsolvenzen hatte es zuletzt im Jahr 2010 gegeben (+ 7,6 % gegenüber dem Jahr 2009).

Die Insolvenzen von Personen, die früher einer selbstständigen Tätigkeit nachgegangen sind, lagen 2016 mit 20 127 Fällen um 2,1 % unter dem Vorjahresniveau. Bei den ehemals selbstständig Tätigen dürfte in vielen Fällen eine Insolvenz ihres Unternehmens vorausgegangen sein.

Die Gesamtzahl aller Insolvenzen einschließlich der 3 055 Nachlass- beziehungsweise Gesamtgutinsolvenzen und der 576 Insolvenzen von natürlichen Personen, die als Gesellschafter größerer Unternehmen von einer Insolvenz betroffen waren, belief sich im Jahr 2016 auf 122 514 Fälle (– 3,9 % gegenüber 2015).

INSOLVENZEN IN DEUTSCHLAND
 

Insolvenzverfahren

Jahr 2016 Dezember  2016
Anzahl Veränderung
gegenüber
Jahr 2015
in %
Anzahl Veränderung
gegenüber
Dezember 2015
in %
Insgesamt 122 514 - 3,9 10 185 - 3,7
Unternehmen 21 518 - 6,9 1 740 - 5,5
Übrige Schuldner 100 996 - 3,2 8 445 - 3,4
davon
Verbraucher 77 238 - 3,6 6 396 - 5,7
  nat. Personen (Gesellschafter) 576 - 12,3 37 - 47,1
  ehemals selbstständig Tätige 20127 - 2,1 1 750 + 5,9
  Nachlässe 3 055 + 2,9 262 + 11,0
Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden

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