Warnung vor Mahnungen angeblicher KMP Inkasso Rechtsanwälte

Seit dem 7. September werden Unternehmer wie auch Verbraucher per E-Mail wegen der Geltendmachung eines angeblichen Anspruches von einer Kanzlei KMP Inkasso Rechtsanwälte angeschrieben und eine Forderung angemahnt.

Angemahnt werden Beträge zwischen 100 und 200 Euro. Hierbei soll es sich um Kosten für Anrufe über eine kostenpflichtige Auskunftsnummer des Betreibers 11885 handeln. Die in diesem Zusammenhang angegebene URL ist bereits nicht mehr aufrufbar

Angeblich soll der Angeschriebene eine kostenpflichtige Nummer eines Auskunftsdienstes angerufen haben. Es wird in besagter E-Mail auch ein Link zur angeblichen Kanzlei vorgehalten, der auf eine Website verweist, auf der die Homepage zweier tatsächlich existierender Unternehmen nachempfunden ist.


Betreff: Letzte Mahnung vor Einleitung gerichtlicher Schritte
Datum: Wed, 07 Sep 2016 22:59:13 +0200
Von: KMP Rechtsanwälte <kanzlei@kmpinkasso.de>

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind von unserer Mandantin, der 11885 Auskunftsdienste AG, Kurt-Schumacher-Str. 18-20, 53113 Bonn, vertreten durch den Vorstand Hubertus Heinze beauftragt worden, eine offene Forderung gegen Sie geltend zu machen. Das Vorliegen einer Vollmacht wird anwaltlich versichert.

Unsere Mandatin ist ein Telekommunikationsunternehmen und betreibt u.a. die kostenpflichtige Auskunftsnummer 11885 (www.11885-auskunft.de). Von Ihrem Telefonanschluss 07333/6000 wurde am 12.04.2015 ein Gespräch im Umfang von 20 Minuten geführt. Der Minutenpreis für diese Mehrwertnummer beträgt 1,99 EUR in der Taktung 60/60. Die gesetzlich vorgeschriebene Preisansage wurden dem Anrufer mitgeteilt, sodass ein rechtswirksamer Vertrag zustande gekommen ist. Ebenfalls wurde der Anrufer darauf hingewiesen, dass eine Weitervermittlung nicht kostenfrei ist.

Das Aktenzeichen lautet 20049167-16.

Derzeit ist ein Betrag in Höhe von 110 EUR offen. Da die Forderung nicht durch Ihren Telekommunikationsanbieter eingezogen werden konnte, befinden Sie sich im Zahlungsverzug.

Aus diesem Grund haben Sie durch unsere Tätigkeit entstandenen Rechtsanwaltsgebühren zu tragen.

Die Gesamtforderung setzt sich wie folgt zusammen:

39,8 EUR Verbindungsentgelt
58,50 EUR 1,3 Geschäftsgebühr  VV2300
11,70 EUR Auslagen  VV7001, 7002
Gesamtbetrag: 110 EUR

 Nach Zahlungseingang erhalten Sie eine ordentliche Rechnung samt ausgewiesener Umsatzsteuer von uns und unserer Mandantin zugesandt.

 Wir bitten bis um Ausgleich bis spätestens 12.09.2016, um das Inkassoverfahren abschließen zu können.

Zahlen Sie bitte ausschließlich auf unser Kanzleikonto und nicht an unsere Mandantin:

Empfänger: Robin Vymlatil
IBAN: DE57101308008000205900
BIC: BIWBDE33XXX
Verwendungszweck: 20049167-16

Im Falle der Nichtzahlung sind wir bereits jetzt von unserer Mandantin mit der gerichtlichen Durchsetzung der Forderung beauftragt. Hierdurch würden weitere nicht unerhebliche Kosten entstehen, die von Ihnen zu tragen sind.

Ebenfalls sind wir als auf Inkasso spezialisierte Kanzlei bei der SCHUFA angebunden und werden eine Negativmeldung abgeben. Zu dieser sind wir vertraglich verpflichtet.

Mit freundlichen Grüßen
Robin Vymlatil
Rechtsanwalt

KMP INKASSO RECHTSANWÄLTE
Alte Ruhrorter Str. 42 – 52
D-47119 Duisburg

kanzlei@kmp-inkasso.de
http://www.kmp-inkasso.de

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an uns per E-Mail unter Angabe des Aktenzeichens!


Bei Nachforschung stellt sich heraus, dass es die KMP Inkasso Rechtsanwälte in Duisburg nicht gibt. Nach Auskunft der Anwaltskammer Düsseldorf ist Herr Vymlatil kein dort zugelassener Anwalt. 

Mittlerweile wurde der Internet-Account gesperrt. 

Wir können auch hier nur raten, Ihre Finanzen genau zu überprüfen, damit Betrüger keine Chance haben. Die Gestaltung der kriminellen Schreiben wird leider immer professioneller und es wird immer schwerer zu erkennen, ob es sich um eine seriöse Forderung oder um einen Betrug handelt. 

Wenn Sie bei einer Inkasso-Mahnung unsicher sind, können Sie im Internet des Rechtsdienstleistungsregisters  überprüfen, ob das Inkassounternehmen dort registrieren ist. 

In Deutschland muss sich jedes Inkassounternehmen dort registrieren lassen. Das Inkassobüro erhält daraufhin eine Registriernummer, welche in jedem Schreiben angegeben werden muss.
 

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